18. 06. 2026

D-LABS ist 20!

Seit 20 Jahren entwickelt D‑LABS digitale Produkte und Services, die rund um den Globus in den Einsatz kommen. Ob beim Bundesamt vor der Haustür oder bei Global Playern im Silicon Valley: Lösungen und Arbeitsprozesse, die von unseren Experten an den Standorten Potsdam, Berlin und Stuttgart gestaltet und umgesetzt werden, erleichtern täglich den Arbeits- und Nutzungsalltag von Menschen. Dabei ist und bleibt D-LABS stark in Potsdam verwurzelt.

Die frühen Anfänge

D-LABS war im Juni 2006 eine der ersten Ausgründungen des Hasso Plattner Instituts (HPI) und hat sich von Beginn an den Prinzipien des Human-Centered Design verschrieben. Damals waren Methoden wie Design Thinking erst frisch in den USA entwickelt worden und noch kaum nach Europa, geschweige denn Deutschland übergeschwappt. Die d-school des HPI existierte noch nicht. Unsere Kunden hörten die Worte User Experience und Usability oft zum ersten Mal. Das Design kommt zum Schluss, so lautete die gängige Überzeugung. Selbst die Rolle des User Researchers suchte man vergeblich auf dem Arbeitsmarkt; D-LABS stellte stattdessen Menschen mit Abschlüssen in der Psychologie und Soziologie ein.

Jörn und Marc
Ein Schnappschuss aus 2007: Jörn und Marc am Campus Griebnitzsee nahe des HPI.

Wir leisteten also Pionierarbeit und setzten im Gegensatz zur klassischen Softwareentwicklung darauf, den Kontext der Nutzung sowie die Pain Points und Bedarfe der User in ihrer Tiefe zu verstehen. Design zuerst! Nur so konnten digitale Lösungen entstehen, die wirklich bei ihren Usern ankommen und optimal genutzt werden. Im allerersten Marketingfilm aus dem Jahr 2007 sagte Jörn, heutiger CEO von D-LABS, im Interview:

Um optimal Software planen und entwickeln zu können, reicht es nicht aus, dass man die Bedürfnisse und Anforderungen der Endnutzer kennt. Man muss darüber hinaus so denken und so fühlen wie sie.

Simplicity Works

…so lautete unser ehemaliger Claim! Zwischen 2010 und 2020 entwickelte sich D-LABS vom HPI-Startup zu einem Namen, den unsere Kunden und Projektpartner mit kreativen Ansätzen und raffiniert einfachen Lösungen für ihre Herausforderungen verbanden. Neben Innovationsentwicklung drehten sich viele unserer Projekte um die Digitalisierung zuvor teilanaloger Arbeitsprozesse mit maßgeschneiderter Software. Die Vereinfachung und Optimierung der Arbeitsschritte im Soll-Prozess stellen bis heute einen wichtigen Baustein dar, um das echte Potenzial digitaler Transformation herauszuholen.

In dieser Zeit bereisten unsere User Researcher, Digital Experience Designer, Software Engineers und Consultants ganz Deutschland und manchmal auch die Welt, denn: Interviews, Designvalidierungen und Workshops in Präsenz waren der Standard. Die Projektarbeit verschlug uns nicht nur räumlich in alle möglichen Regionen. User Research vor Ort bedeutete auch, die Arbeit von Menschen in diversen Rollen im Kontext ihres Tuns kennenzulernen, zu beobachten und Insights für neue Produkte und Services zu generieren.

Post-it-Wand
Ein üblicher Anblick zu der Zeit: Digital Experience Designerin Angela sortiert auf portablen Boards Insights.

Senior User Researcherin Christina, die seit 2013 bei D-LABS arbeitet, erinnert sich beispielsweise an ein Interview für das digitale VetCenter des Verlags Thieme. Dafür traf sie einen Tierarzt in seiner Praxis zum Interview und führte dieses mit einer flauschigen Katze auf dem Schoß durch. Oder daran, dass sie für eine Fokusgruppendiskussion mit einem bundesweit verstreuten Kundenteam Räumlichkeiten in der Mitte Deutschlands organisiert hat. Effektive Interviews und Validierungen über Videotelefonie, Fehlanzeige – die digitalen Tools für Screensharing und Co. waren einfach noch nicht so weit.

Christina dazu:

Vor Corona produzierte User Research die typischen bunten Wände. Wir verbrauchten viele Stifte und Post-its, zeichneten Artefakte wie User Journeys und Personas per Hand auf Whiteboards. Interviews dokumentierten wir anhand von Audioaufnahmegeräten. Für Validierungen hielten wir händisch die Klickpfade der User fest. Vollständig digital unterwegs waren wir erst für die Präsentation der Insights und Handlungsempfehlungen.

Zum Ende dieser Ära bezogen wir 2019 unser neues Headquarter in Potsdam. Dieses richteten wir mit allem ein, was das nutzerzentrierte Herz begehrt: Flexibel nutzbare Workshopräume, offene Büroflächen, eine große Küche als Austausch- und Kollaborationsfläche, etliche Whiteboards. Wir bereiteten uns darauf vor, dass es ein weiteres Jahrzehnt genau so weitergeht.

Philipp im Potsdamer Office
Im frisch bezogenen Büro: Software Engineer Philipp bei der Arbeit.

Die Transformation digitaler Arbeit und die Pandemie

Das Jahr 2020 setzte diesem Paradigma ein jähes Ende. Für unsere Projektteams platzte die Neuigkeit der pandemischen Lockdowns und Coronaschutzmaßnahmen teilweise mitten in das Workshopgeschehen herein. Director Digital Experience Design Claudia erinnert sich noch gut daran, über Nacht Workshops für einen Kunden in der Wasserversorgung in den digitalen Raum verlegen zu müssen. Für ein anderes Projekt mit einem Bundesministerium wurden, sobald Treffen mit begrenzter Personenzahl wieder möglich waren, riesige Konferenzsäle für Validierungs- und Co-Creation-Sessions gebucht, um den Mindestabstand zwischen den Teilnehmenden zu wahren.

Claudia erzählt:

Die Pandemie zwang uns, neue Formate im Trial-and-Error-Prinzip auszuprobieren. Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Teil unserer Aufgabe war es auch, innerhalb kürzester Zeit die Technikaffinität der kundenseitigen Teams aufzubauen, um eine gute digitale Zusammenarbeit zu sichern. Ohne diese Notlage hätte die Arbeitswelt noch Jahre gebraucht, um diesen schnellen Wandel auf die Beine zu stellen.

Workshop während Corona
Workshop mal anders: Vorbereitungen auf besagte Session mit Sicherheitsabstand.

Auch wenn D-LABS als Designunternehmen für digitale Produkte und Services vergleichsweise gut auf diese außergewöhnliche Situation vorbereitet war – an eine vollständig digitale Arbeitsweise mussten auch wir uns gewöhnen. Wo vorher reges Treiben in den Workshopräumen herrschte, war nun gähnende Leere. Hybride Teammeetings zwischen unseren Standorten in Berlin, Potsdam und Stuttgart wurden zu Remote-Sessions aus den heimischen Büros. Statt gemeinsamen Mittagspausen planten wir unsere Weihnachtsfeier auf Microsoft Teams (samt festlichem Essen via selbst organisierter Lieferung).

In jeder dieser Herausforderungen steckte aber auch eine Chance, neue Methoden zu entwickeln und Transformation auf einem ganz anderen Level zu verstehen und umzusetzen… für unsere Kunden und für uns. Die Arbeit mit internationalen Projektpartnern wurde durch die sprunghafte Verbreitung von digitalen Kollaborations- und Videokonferenztools enorm erleichtert. Wir setzten mit globalen Teams digitale Lösungen um, ohne ein einziges Mal in einen Flieger steigen zu müssen. Das hat D-LABS nachhaltig verändert. Gleichzeitig war klar: Menschzentrierte Produktentwicklung ohne Menschenkontakt – auf Dauer geht das nicht.

Unser New Normal

Im Rückblick lassen sich diese Veränderungen leicht beobachten. Man kann eine (mal gerade, mal kurvenreichere) Linie ziehen zwischen diesen prägenden Erfahrungen und den strategischen Entscheidungen, die D-LABS heute maßgeblich definieren. In der Gegenwart angekommen wissen wir, die Stärken unterschiedlicher Arbeitsmodelle besser und bewusster zu nutzen. Wir arbeiten digital, international, agil und konsequent nutzerzentriert. Dabei sind wir unseren Werten und dem Human-Centered Design treu geblieben, denn sie haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder bewährt.

Im D-LABS-Team mischen sich alte Hasen, die weite Teile dieser Unternehmensgeschichte miterlebt haben, mit frischen Gesichtern. Einer der neueren Teammitglieder ist Digital Experience Designer Fynn aus Stuttgart, der die Coronapandemie im Studium erlebt hat und daher die Arbeitswelt nicht anders kennt. Hauptsächlich vom eigenen Zuhause arbeiten, hier und da für Kundentermine und Teamevents nach Berlin und Brandenburg pendeln – alles heute normal. Am Remote-Arbeitsplatz schätzt er die Fokuszeit; bei gemeinsamen Bürotagen und der Projektarbeit vor Ort die enge Zusammenarbeit.

Fynn sagt:

Wenn man Seite an Seite arbeitet, kriegt man viel mehr voneinander mit. Man lernt neue Best Practices und sammelt Insights, die für das eigene Projekt nützlich sind. Wenn man nicht mehr weiterkommt, fragt man einfach: „Hast du fünf Minuten? Ich brauche hier ein zweites Paar Augen.“ Gerade Kickoffs und die Discovery beim Kunden sind vor Ort besonders produktiv. Daraus entstehen später die besten Lösungen.

Fynn beim Firmenlauf
Seit 2018 Tradition bei D-LABS: Der Berliner Firmenlauf. Fynn war gleich am Start!

Die richtige Mischung macht es also und die Flexibilität, sich nicht nur an ungewöhnliche Umstände anzupassen, sondern das Beste aus ihnen rauszuholen. Seit etwas mehr als zwei Jahren etwa mit dem Werkzeug Künstliche Intelligenz und ihrem Einsatz in menschzentrierten Systemen. Alle Antworten haben wir natürlich nicht. Wenn wir in weiteren zwanzig Jahren auf 2026 zurückblicken, werden wir wahrscheinlich wieder über Tools und Methoden staunen, die heute üblich sind und merken, dass D-LABS im Kern einfach D-LABS geblieben ist.

In dieser Jubiläumswoche sagen wir aber erstmal: Danke! An Projektpartner und Kunden, an Teammitglieder und Ehemalige, an alle Menschen, die uns hierher getragen haben, vielen Dank für 20 Jahre D-LABS.

Jessica
von Jessica Orsolani-Uhlig
Expert Communication & Culture

Kontakt

D‑LABS GmbH
info@d-labs.com
Marlene-Dietrich-Allee 15
14482 Potsdam
+49 331 97 992 300
potsdam@d-labs.com
Matkowskystraße 2
10245 Berlin
+49 30 29 387 978
berlin@d-labs.com
Königstraße 21
70173 Stuttgart
+49 711 99 796 266
stuttgart@d-labs.com